Not macht erfinderisch. Kleidung und Mode in der DDR


Andreas Beaugrand

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Die DDR der 1970er-Jahre: Soziale Harmonie, Fortschritt und die Sehnsucht nach modischer Kleidung.
Foto: www.mdr.de/zeitreise/must-haves-ddr-mode-100_showImage-bild-148646_zc-52683463.html (15.5.2019)

Die britische Historikerin Mary Fulbrook, Professorin für Deutsche Geschichte am University College London, hat bereits 2005 darauf hingewiesen, dass die Geschichtsbetrachtungen über die verflossene DDR widersprüchlich seien: Die Geschichte eines „ganz normalen Lebens“ werde „durch die Geschichten von Macht und Unterdrückung übertönt oder, falls zur Kenntnis genommen, rasch als eine Form politischer Apologetik oder retrospektiver Nostalgie abgelehnt.“(1) Zugleich bleibt die Geschichte des Volkes der Deutschen Demokratischen Republik so paradox, weil sich ihr von 1949 bis 1989 bestehendes Staatswesen einerseits – unter unterschiedlichen Vorzeichen – als eine diktatorische Kontinuität von 1933 bis 1989 erwies, in dem politische Unauffälligkeit zu kleinbürgerlichem Konservati-vismus führte, und andererseits in einem seit 1961 eingezäunten Land, in dem es von sowjetischen Panzern wimmelte, der bis zuletzt vergebliche Versuch unternommen wurde, unter sozialistischem Vorzeichen als „Arbeiter-und-Bauern-Staat“ der rasanten globalisierten Wirtschaftsentwicklung zu folgen – ungünstigerweise nur in Richtung der „sozialistischen Bruderländer“ im sich nach 1990 aufgelösten Warschauer Pakt.
Zugleich aber ist es erstaunlich, dass sich hinter dem Todesstreifen der Mauer und unter den Augen der „Stasi“ – offiziell: Ministerium für Staatssicherheit (MSF) – ein vielfältiges und oftmals innovatives Gesellschaftsmodell mit im Vergleich zu kapitalistischen Ländern vorbildlichen Ansätzen entwickelt hat, insbesondere im Hinblick auf den Wohnungsbau, das Bildungs- und Gesundheitswesen, das Vertrauen auf wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, ein funktionierendes ressourcenschonendes Recyclingsystem und den Gleichberechtigungsstatus der Frau, wobei Letzterer mehr ideologischer Wunsch als Wirklichkeit gewesen ist.(2)
Tatsächlich gelang es organisatorisch und strukturell in einem sich immer wieder anders ausrichtenden politischen Ideologiesystem und wegen der Mangelerscheinungen der Planwirtschaft nicht, ein konsistentes Bild einer tatsächlich weithin erkennbaren DDR-Mode zu entwickeln, zumal alles „Westliche“ während der vier Jahrzehnte DDR immer vorbildlich und erstrebenswert blieb.(3) Aber es gab Besonderes.

Ostdeutsche Nachkriegszeit und „Textiles“ der frühen 1950er-Jahre
Der ostdeutsche Lebensalltag in der „Stunde Null“ zum Ende des Zweiten Weltkriegs unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in Westdeutschland, wenn man davon absieht, dass hier unter neuem sozialistischen Vorzeichen größte Reparationsleistungen an die UdSSR zu liefern waren und ganze Fabrikkomplexe demontiert und abtransportiert wurden und dort der US-amerikanische Marshall-Plan das „deutsche Wirtschaftswunder“ einleitete. Die Beseitigung der Trümmer erforderte jedenfalls auf beiden Seiten nicht mehr als nützliche Kleidung. Tatsächlich hatte sich die Mode der Erwachsenen in Bundesrepublik und DDR seit den frühen 1940er-Jahren nicht wesentlich verändert. Erst nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 und, als Reaktion darauf, der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 gab es im Sinne der volksliedhaften DDR-Nationalhymne des ostdeutschen Dichters und Politikers, dem späteren Minister für Kultur und ersten Präsidenten des Kulturbundes der DDR, Johannes R. Becher (1891–1958), „Auferstanden aus Ruinen, Und der Zukunft zugewandt …“, wieder Arbeit und Hoffnung auf zukünftigen Wohlstand.
Ostberlin wurde zu „Berlin – Hauptstadt der DDR“ und sollte zugleich „internationales“ Aushängeschild des neuen Gesellschaftssystems werden, das politisch gefördert und auch bevorzugt mit textilen Waren beliefert wurde. Wer in der noch jungen DDR etwas Besonderes kaufen wollte, fuhr aus allen Landesteilen dorthin, denn die Auswahl in Berlin war vergleichsweise gut – „es gab alles, wenn auch von allem zu wenig“, wie der Volksmund sagte. Das führte dazu, dass man sich einfach anstellte, wenn vor einem Geschäft eine Menschenschlange stand, aber anstelle der neuen Kleidung, die man kaufen wollte, mit einem Radio nach Hause fuhr.(4)

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Schlangestehen in Berlin-Friederichshain – noch 1989.
Foto: www.bpb.de (1.6.2019)

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30 Jahre vorher: Werbefoto aus dem Katalog des VEB Berliner Mode, 1959.
Foto: www.spiegel.de/fotostrecke/ddr-mode-schrilles-aus-der-grauzone-fotostrecke-106332-9.html (8.5.2019)

Trotz aller ideologischen Indoktrinierung des „ersten sozialistischen Arbeiter- und-Bauern-Staates auf deutschem Boden“ war die Westorientierung im Osten Deutschlands von Anfang an groß, zumal die Grenzen im „instabilen ‚Provisorium‘ bis zum Mauerbau“ 1961 noch vergleichsweise offen waren(5) und in den Radios Westprogramme gehört wurden und seit Mitte der 1950er-Jahre auch Westfernsehen geschaut wurde. Folglich entsprach der „Schick des Ostens“ der frühen 1950er-Jahre weitgehend dem der jungen Bundesrepublik Deutschland und den allseits gefeierten Vorbildern der gerade international bekannt gewordenen Sängerinnen und Schauspielerinnen Caterina Valente,(6) Marina Vlady,(7) Cornelie Froboes(8) und Ruth Leuwerick.(9) Die Damen trugen Pferdeschwanzfrisur und Kostüme mit taillenkurzer Jacke, dazu einen beschwingt plissierten Rock und die Handtasche am angewinkelten Arm. Entsprechend gab es leichte Sommer- oder Hemdkleider mit kurzen oder keinen Ärmeln, mit und ohne Taschen, aber zumeist mit schmalen Gürteln.

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Vorbild in Ost und West: Caterina Valente.
Foto: www.hdg.de (8.5.2019).

Für die Freizeit waren sogenannte Pullover-Blusen der „letzte Schrei“: Während der Pullover lange Zeit als unvereinbar mit modischer und seriöser Kleidung galt, etablierte er sich seit den 1950er-Jahren im Kontext des deutsch-deutschen „Gesellschaftsfähigwerdens“ von Sport und der Reformbewegungen der seinerzeit gefeierten Existenzphilosophie Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs und Albert Camus‘. Da die Pullover-Blusen, die zu einem engen Rock getragen wurden, in den HO- und Konsum-Geschäften(10) der DDR nicht zu bekommen waren, wurden sie meist selbst gestrickt, was einen eher simplen Gesamteindruck hinterließ und dem tradierten Rollenbild von Mann und Frau entsprach, das sich durch politische Agitation für den Aufbau des Sozialismus zusehends änderte und in der Entdeckung der „Keilhose“ für Mann und Frau gipfelte. Der österreichische Schneidermeister Sepp Reinalter (1915–2007) gilt als Erfinder der „Keilhose für Olympiasieger und Weltmeister“(11) – und derart siegermäßig fühlte man sich in den schmucken Steghosen mit Anorak und Pullover.

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Unisex-Steghose aus der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre.
Foto: Privatbesitz

Den „modischen Mann“ gab es nicht, da sich die Herrenmode gegenüber den Vorkriegs- und Kriegsjahren nicht verändert hatte. Schlicht und gerade geschnittene Anzüge oder Kombinationen aus Streichgarn, Hosen mit 5-Zentimeter-Umschlag und zackigen Bügelfalten, dazu ein Hut aus Filz oder (Kunst-)Leder, Tweed oder Cord waren als Privatkleidung üblich. Die größte DDR-Firma für Herrenbekleidung war der 1947 aus der 1907 gegründeten Berliner Beha GmbH(12) hervorgegangene VEB „Fortschritt“ Herrenbekleidung in Berlin­Lichten-berg, dessen Name wie die der später angegliederten Unternehmen die ideologisch gesetzten Unternehmensziele widerspiegelten und in dem etwa Mitte der 1960er-Jahre mehr als 3.000 Menschen beschäftigt waren. Ende der 1960er-Jahre wurden dem VEB Fortschritt das Berliner Wäschewerk Tadellos und das Leipziger Bekleidungswerk VEB Elegant angegliedert, das die Kleidung der DDR-Olympiateilnehmer von 1956, 1960 und 1964 produziert hat. 1969 wurden die Unternehmen zum neu gebildeten VEB-Kombinat Oberbekleidung Berlin zusammengelegt, aus dem nach 1990 die BECON Berliner Konfektion hervorging.

Fehlsystem Planwirtschaft, Jugendmode und Protest
Die zentralisierte und planwirtschaftlich organisierte Kleidungsbranche war jedoch nicht in der Lage, die modischen Bedürfnisse der DDR-Bürgerinnen und -Bürger in Qualität, Stil und Menge zu befriedigen. Bereits in den 1960er-Jahren hatten Modegestalter und Konfektionsbetriebe begonnen, sich für eine Kleidung einzusetzen, die den Wünschen und Anforderungen auch der Kindergarten- und Schulkinder gerecht werden sollte: farbenfroh, robust, pflegeleicht, strapazierfähig, kombinierbar und vor allem angenehm zu tragen sollte sie sein. Aber der gute Wille scheiterte an den Gegebenheiten des „real existierenden Sozialismus“. Das Konfektionsangebot war eintönig und da es in den Geschäften kein Jugendmodeangebot gab, wurde vieles in Eigenregie genäht, gestrickt und gehäkelt, es sei denn, man bekam den neuesten Schick per Westpaket oder brachte sich Modisches aus dem Urlaub in Tschechien oder Ungarn mit.
Ein besonderes Politikum in der Debatte um die Jugendmode wurde das Thema Jeans, die in der DDR offiziell Niet- oder Nahthosen hießen.(13) Das Tragen von Jeans wurde staatlicherseits als jugendliche Renitenz aufgefasst. Volkspolizeiliche Schikanen an den „jeanstragenden, langhaarigen und gammelnden“ Jugendlichen waren an der Tagesordnung.(14) „Jeans sind eine Einstellung und keine Hose“, stellte Edgar Wibeau, der Protagonist in Ulrich Plenzdorfs bereits 1972 in Halle (Saale) uraufgeführten, 1973 in der DDR und 1976 in der Bundesrepublik erschienenen Drama Die neuen Leiden des jungen W.(15) lapidar fest. Die echte Jeans – möglichst die Levis 501! – war mehr als nur ein Kleidungsstück, sie war ein Statement.
Selbst die seit 1974 im VEB Bekleidungswerk Lößnitz im Erzgebirge hergestellten Cottino-Hosen oder die sogenannten „Marmor-Jeans“ – DDR-Deutsch für die „stonewashed Jeans“ des kapitalistischen Gegners – mit Namen wie Boxer und Wisent sowie die neuentwickelten Jugendmoden und Trendbekleidungen Shanty oder elpico konnten nicht verhindern, dass während der 1980er-Jahre originale Jeans der Westverwandtschaft oder teuer gegen Westgeld erworbene „West-Jeans“ aus dem Intershop bevorzugt oder täuschend echte Kopien bei vietnamesischen Vertragsarbeitern, die oft als Textilfacharbeiter ausgebildet waren und nebenberuflich „maßgeschneiderten“, in Auftrag gegeben wurden.
Kultstatus hatte hingegen – bis heute – die grellgelbe elpico-Wetterwendejacke aus dem VEB Jugendmode, der „DDR-Friesennerz“ mit deutlich sichtbarem elpico-Label, den Metalldruckknöpfen des DDR-Kurzwarenherstellers Solidor mit einem Kappendurchmesser von 17 mm an den Taschen, den Ärmeln und unterhalb des Reißverschlusses. Mode war das jedoch nicht, sondern die mit 120,- Mark vergleichsweise teure kollektive Freizeituniform aus wenig haltbaren DDR-Textilien.(16)  

Staatsgeregelte Uniformität und Innovationsversuche
Alles Weitere regelte ebenso uniform der sozialistische Staat – angefangen von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) über die Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ und die Nationale Volksarmee bis hin zur Deutschen Volkspolizei –, ohne dass etwa darüber reflektiert wurde, dass nationalsozialistische Formen, Zeichen und Uniformen nur geringfügig modifiziert weiterverwendet und Fragen der Vergangenheitsbewältigung nicht gestellt wurden, da man ja in deutsch-sowjetischer Freundschaft auf der sozialistischen Siegerseite war.(17) So wurde Pionierkleidung – weiße Bluse bzw. weißes Hemd mit Aufnäher, blaues Kleid bzw. blaue Hose, blaues Käppi und blaues Halstuch – für DDR-Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zu allen besonderen Gelegenheiten schulischer oder gesellschaftlicher Art verpflichtend – wie es das Blauhemd mit Aufnäher für alle Jugendlichen in der FDJ gewesen ist.

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Am 1. Juni 1952 hatte sich die FDJ verpflichtet, „die deutsche Jugend zum Schutz unserer demokratischen Errungenschaften und zur Verteidigung der Heimat zu organisieren“.
Foto: www.mdr.de (5.5.2019)

Unter sozialistischen Parolen marschierende, singende und fahnenschwingende Menschenmassen sollten ein buntes Bild des neuen Staates und seiner neuen Ziele vermitteln, was jedoch planwirtschaftlich, architektonisch, städtebaulich, politisch und modisch nicht gelang, zumal der Ostberliner Volksaufstand vom 17. Juni 1953, bei dem etwa eine Million Menschen weitgehend friedlich gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die wachsenden sozialen Probleme, die Bevormundung und Repression durch den Staat protestiert hatten und der gewaltsam niedergeschlagen worden war, das Verhältnis der DDR-Bürgerinnen und -Bürger zu „ihrer“ Staatsführung nachhaltig verschlechtert hat. Ungeklärt blieb darüber hinaus bis heute die Frage, die 1978 die in Ost und West gleichermaßen populäre Schriftstellerin Christa Wolf provozierend im Vorwort zu Maxie Wanders Frauenprotokollen aus der DDR formulierte, die einen bemerkenswerten Kontrast zu den offiziellen Erfolgsmeldungen der Gesellschaftsentwicklung darstellten: „Mit Frauenförderungsplänen, mit Krippenplätzen und Kindergeld allein kann sie ihm nicht mehr begegnen; auch damit nicht, glaube ich, dass sie mehr Frauen in jene Gremien delegiert, in denen überall in dieser Männerwelt, auch in unserem Lande, die ‚wichtigen Fragen‘ von Männern entschieden werden. Sollen Frauen es sich überhaupt wünschen, in größerer Zahl in jene hierarchisch funktionierenden Apparate eingegliedert zu werden? Rollen anzunehmen, welche Männer über Jahrhunderte hin so beschädigt haben?“(19)
Immerhin blieb wenigstens der Kleidungsstil der jungen DDR noch eine Zeit lang bunt, fröhlich und weiterhin westorientiert. Petticoats, Stöckelschuh und Twinset, neuentwickelte knitterfreie und pflegeleichte Stoffe sollten den „Aufschwung Ost“ versinnbildlichen, unterstützt durch neue Produkte aus den Chemiekombinaten. Die 1935 in den USA von DuPont entwickelte Kunstfaser Nylon wurde – modifiziert – in der Bundesrepublik Deutschland zu Perlon und  in der DDR als Reminiszenz an den Staatsnamen zu Dederon – ein wenig atmungsaktives Material, das dafür berüchtigt war, dass es seinen Träger schnell ins Schwitzen und zum „Müffeln“ brachte: „Wenn ich tanzen war, habe ich das danach hingestellt, das stand durch den Schweiß“, erinnert sich ein ehemaliger DDR-Bürger an die Eigenheiten seines Dederon-Hemds.(20)

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Buntbedruckte Dederon-Kittel aus den späten 1960er-Jahren. Sie werden auch heute noch produziert.
Foto: Privatbesitz

Eintönige Massenfertigung, Qualitätsexport für Devisen
Das modische Gesamtbild der DDR wurde in dieser Zeit vorrangig von der textilen und vergleichsweise eintönigen Massenfertigung geprägt, die jedoch zugleich auch sehr eingeschränkt funktionierte. Mal waren die notwendigen Stoffe nicht verfügbar, dann fehlten Maschinen zur Textilfertigung oder die Herstellungskosten waren in Relation zum vorgegebenen HO-Verkaufspreis zu teuer. Dennoch versuchte die DDR-Führung weiterhin, Mode entsprechend der Ideologie und weniger nach Modetrends zu entwickeln. Das Frauenbild sollte frei, berufstätig, unabhängig und selbstbewusst sein und sich deutlich von der „Frau im Westen“ abgrenzen, jedoch konnte der Bedarf an neuer Kleidung durch den wirt-schaftlichen Mangel in der DDR nicht zufriedenstellend gedeckt werden. Immer mehr Propaganda war erforderlich, um die Menschen für das sozialistische Gesellschaftssystem zu begeistern und – vor allem – sie im Staatsgebiet der DDR zu halten, was schließlich seit dem 13. August 1961 nur durch die Errichtung des „antifaschistischen Schutzwalls“, den Bau der insgesamt 1.400 Kilometer langen Mauer bzw. Sperrzaun zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, gelang.(21)  
Doch der Kontakt zwischen Ost und West blieb bestehen: „Die soziale Realität des Familienlebens in der DDR der sechziger Jahre zeigte keineswegs fundamentale Unterschiede zur Bundesrepublik.“(22) Und mehr noch: 1962 revolutionierte die britische Modeschöpferin Mary Quant die Modewelt, indem sie den Minirock erfand, den es nahezu umgehend auch in der DDR gab – wenn auch nicht zu kaufen, so doch selbst gemacht, indem ein langes Kleid einfach abgeschnitten und der Saum umgenäht wurde.

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Self made fashion Ost: Annette Hellbach aus Haldensleben als Teenagerin im selbstgenähten Minirock beim Ostseeurlaub auf dem elterlichen Trabant, 1963.
Foto: Privatbesitz

Obwohl die DDR im Textilmaschinenbau führend war, was auch aus Geschichte der bereits 1947 gegründeten VVB Textilmaschinenbau, dem späteren VEB Kombinat Textima in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) ablesbar ist, zu dem eine Vielzahl von Fabriken im ganzen Land gehörte und in dem noch 1989 etwa 33.000 Menschen beschäftigt waren,(23) hatte das keine positiven Auswirkungen auf Kleidung und Mode in der DDR, da 80 Prozent der Maschinen und der auf ihnen hergestellten Bekleidung in die „sozialistischen Bruderländer“ oder auch in die Bundesrepublik Deutschland exportiert wurden, um Devisen ins Land zu holen.

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Bitterfelder Industrie an der Straße von Merseburg nach Leuna („Straße der tausend Düfte“), um 1988.
Foto: https://www.stern.de/fotografie/25-jahre-nach-dem-mauerfall--bitterfeld---von-bluehenden-landschaften-und-beleuchteten-wiesen-in-der-ex-ddr-3251756.html (10.6.2019)

Es scheint, als hätte die Trostlosigkeit der DDR-Politik unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensatmosphäre gehabt. Die DDR-Führung vertuschte bis zuletzt eine katastrophale Umweltbilanz ihrer sozialistischen Planwirtschaft. Mit einer hochgradigen Belastung von Wasser, Boden und Luft und unter Braunkohlequalmwolken und Trabi-Gemischabgasen wurden die DDR-Bürger zum Verzicht erzogen. Das Kleidungsangebot zeichnete sich in den 1970er- und 1980er-Jahren durch minderwertige Stoffe, billige Verarbeitung und einfallslose Gestaltung aus.  

Eine außergewöhnliche Ausnahme: Heinz Bormann, Magdeburg
Eine außergewöhnliche Ausnahme war das Magdeburger Modehaus Bormann, dessen Kleidungsentwürfe und Kollektionen internationale Beachtung und die Anerkennung der DDR-Führung fanden, aber von den Frauen in der DDR mangels Masse kaum gekauft werden konnten, obwohl es in der Großen Diesdorfer Straße in Magdeburg bis zur Verstaatlichung einen Industrieladen mit Bormann-Produkten gab.(25) Heinz Bormann (1918–1989), dem „Dior der DDR“(26), war es nach 1945 gelungen, sich mit den besonderen Bedingungen der sozialistischen Planwirtschaft zu arrangieren, obwohl auch er die systemimmanenten Schwierigkeiten wie Qualitätsmängel, Terminüberschreitungen bei Stoff- und Garnzulieferern, Produktivitätseinbußen wegen sogenannter „gesellschaftlicher Arbeit“, hohen Krankenstand und Mangel an Arbeitskräften zu überwinden hatte. Bis Ende der 1960er-Jahre war Bormann selbst eine der schillerndsten Persönlichkeiten Magdeburgs und dank staatlicher Anerkennung und Förderung einer der reichsten Männer der DDR. Die jährliche Produktion seines Modeunternehmens an der Magdeburger Großen Diesdorfer Straße 249 erreichte bis zu 140.000 Konfektionsstücke, die international verkauft wurden und über den Interzonenhandel auch in Horten- und Kaufhof-Warenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland erhältlich waren.

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Der Modeunternehmer Heinz Bormann aus Magdeburg mit Mitarbeitern und Modellen unterwegs auf Werbereise, um 1965.
Foto: Horst Fahlberg, www.mdr.de/kultur/bormann-magdeburg-mode-100.html (5.5.2019)

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Heinz Bormann mit Modellen auf Werbefahrt in Süddeutschland, Ende der 1960er-Jahre.
Foto: www.mdr.de/kultur/bormann-magdeburg-mode-100.html (5.5.2019)

Dann aber änderte sich die Staatspolitik von Walter Ulbricht zu Erich Honecker und nach der unvermeidlichen Enteignung war es mit dem „ostdeutschen Wirtschaftswunder“ vorbei: Als erste Kommanditgesellschaft auf dem Gebiet der DDR wurde Bormanns Unternehmen voll verstaatlicht und am 27. März 1972 unter der Bezeichnung VEB Magdeburger Damenmoden neugegründet. Heinz Bormann leitete den Betrieb noch bis Dezember 1974 – jetzt als Angestellter – und zog sich dann wegen einer Krebserkrankung zurück, an der er am 8. Februar 1989 verstarb.

Das Berliner Modeinstitut und neue Handelsstrukturen
Das staatliche Institut für Bekleidungskultur als nachgeordnete Einrichtung des Ministeriums für Leichtindustrie sollte dem allgemeinen Mangel an Kleidung, Stil und Geschmack landesweit bereits seit 1952 Abhilfe schaffen und die sozialistische Planwirtschaft modisch gestalten.(27) Die Aufgabe des Modeinstituts bestand in der Erarbeitung der theoretischen Grundlage für die Entwicklung einer Mode der DDR, die Gestaltung der Erzeugnisse der zumeist chemischen Textil-, Leder- und Bekleidungsindustrie und der Publizierung und Präsentation der Modelinien.

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In das bis 1945 betriebene Warenhaus Jandorf (auch Warenhaus am Weinberg), das 1904 von Adolf Jandorf an der Brunnenstraße in Berlin-Mitte eröffnet worden war, war von 1953 bis 1989 das Institut für Bekleidungskultur der DDR. Seit Ende der 1990er-Jahre stand das Haus lange Zeit leer. Es wurde komplettsaniert und wird seit Herbst 2019 von Mercedes Benz als Showroom und als Bürohaus genutzt. Seit der von Daimler geförderten Berlin Fashion Week 2017 befindet sich ein beleuchteter Mercedes-Stern über dem heutigen Haupteingang.
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-32476-0019

Tatsächlich entstand hier Vorbildliches, was jedoch ohne Auswirkungen auf die „Mode der DDR“ blieb. So wurden Musterkollektionen entwickelt, die der Textilindustrie Anregungen geben sollten, um den Stil der DDR-Mode zu bestimmen – ein Versuch, der im Prinzip aufgrund von Materialmangel, verwickelten Entscheidungsprozeduren in der Planwirtschaft und am mangelnden Interesse der Bevölkerung gescheitert ist, zumal bereits seit den 1960er-Jahren chronischer Devisenmangel in der DDR herrschte. Zur Devisenbeschaffung wurde deshalb 1962 die staatliche Handelsorganisation Intershop gegründet. Die an den Grenzübergangsstellen, auf den Transitstrecken, in Bahnhöfen und Hotels eingerichteten Intershops verkauften gegen Westwährung (vor allem DM) zollfreie Importwaren an Reisende aus dem „kapitalistischen Ausland“. Das Angebot der Intershops reichte von Nahrungsmitteln über Kleidung, Spielwaren und Schmuck bis zu Kosmetika. Vielfach waren diese Produkte in der DDR sonst gar nicht oder nur in schlechterer Qualität zu bekommen.
Um die immer größer werdende Unzufriedenheit der DDR-Bevölkerung aufzufangen, wurden ebenfalls 1962 auf Beschluss des Ministerrats der DDR Exquisit-Geschäfte eingerichtet. Sie boten – neben hochwertigen, eigentlich für den Export vorgesehenen DDR-Produkten – vor allem importierte Textilien und Lederwaren an, die mit der Mark der DDR bezahlt werden konnten. Durch einen Erlass des Ministerrates durften ab Februar 1974 dann auch Bürger der DDR über D-Mark verfügen und damit in den Intershops einkaufen.  
Durch das Exquisit-Konzept sollte das Versorgungsniveau der DDR-Bevölkerung mit Bekleidung, Schuhen und Kosmetika – aus Westdeutschland und der in der DDR sogenannten „Gestattungsproduktion“, etwa von der westdeutschen Schuhfabrik Salamander – nach dem Mauerbau verbessert werden. Eigene Modedesigner entwarfen „exklusive“ Kollektionen, die auch auf der Leipziger Messe vorgestellt wurden. Devisen wurden für das Unternehmen bereitgestellt, um Stoffe und Maschinen importieren zu können. Man informierte sich bei ausländischen Modeschauen und in internationalen Zeitschriften, versuchte dann aber, die Entwürfe an die DDR-Ideologie anzugleichen. Die hochwertigen Stoffe dafür kamen ebenfalls zumeist aus dem westlichen Ausland, sodass die Verkaufspreise in den UWuBus („Ulbrichts Wunderbuden“) für die meisten DDR-Bürger unerschwinglich blieben; so kostete beispielsweise eine Hose etwa ein Fünftel des monatlichen Durchschnittseinkommens eines DDR-Bürgers.

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Quietschgelb: Die Modezeitschrift Sibylle zeigte immer wieder – wie hier auf einem Titel aus dem Jahr 1968 – wie es sein könnte, wenn …
Foto: www.buzzfeed.com/de/danielabeck/sibylle (28.4.2019)

Stilikonen Sibylle und Exquisit vs. „Plaste und Elaste“ und westlicher Modekitsch
Doch die staatlich geförderten Modemacher werkelten unverdrossen weiter, nicht unwesentlich unterstützt von der 1966 gegründeten Modezeitschrift Sibylle,(29) die über knapp vier Jahrzehnte für einen ebenso modernen wie zeitgemäßen Frauentypus stand und tatsächlich innovative Modetrends entwickelte und bewarb, deren Umsetzung mangels materieller Masse jedoch nicht möglich waren, es sei denn, man nähte es nach – so, wie es auch die seit 1947 im Leipziger Verlag für die Frau monatliche erscheinende DDR-Modezeitschrift Pramo („Praktische Mode“) vorschlug.(30)
Staatlich unterstützt wurden in der DDR alternativ neben Dederon weitere neue Kunstfasern wie Wolpryla, das „wollige Wunder der Chemie“ (DDF-Werbung), Grisuten und – als Lederersatz – Lederol entwickelt, um mit neuen billigen Chemiefasern mehr Farbe und Qualität auf den Markt zu bringen und dem Mangel an Textilien entgegenzutreten, was jedoch landläufig nicht besonders gut ankam: „In Igelit und Lederol, da fühlt sich jeder Zoni wohl. – Jeder Westler Dich beneidet, bist Du in Lederol gekleidet. – Hast du Lederol im Haus, kannst du auch bei Regen raus.“(31) Wirtschaftliche Relevanz für die DDR-Textilindustrie hatte auch der „Kunst-Stoff“ Malimo,(32) dessen großtechnische Anwendung 1964 im VEB Malitex Hohenstein-Ernstthal begann und dazu führte, dass bis Mitte der 1980er-Jahre etwa 100 Textilbetriebe der DDR diese Stoffe produzierten. 1969 wurde sogar anlässlich des 20. Jahrestages der DDR eine neue Stoffentwicklung gefeiert, die aus gegebenem Anlass Präsent 20 hieß, aus 100 Prozent Polyester bestand und ein Beispiel für den Wunsch der DDR nach wirtschaftlicher Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Überlegenheit war.(33) Bedauerlicherweise war der Stoff äußerst unflexibel, daraus genähte Kleidungsstücke standen steif vom Körper ab und luden sich zudem elektrisch auf. Zudem war Präsent 20 nicht atmungsaktiv und hatte damit ähnliche Folgen wie Dederon, Perlon und Nylon, dennoch aber waren die Männeranzüge und die Hosenanzüge für Frauen aus dem Großrundstrickmaterial höchst begehrt.

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DDR-Schick Dederon ab 30 Mark, Konsum-Werbung 1965.
Foto: www.hdg.de (8.5.2019).

Die Bilder in den DDR-Zeitschriften der 1960er- und 1970er-Jahre zeigen, was möglich gewesen wäre, aber zumeist nur zum Selbstschneidern angepriesen werden konnte. Dennoch waren Frauen und Männer im DDR-Alltag mit jedem Jahrzehnt besser gekleidet. Alles, was international über die Laufstege ging, beeinflusste insbesondere die Damenmode im Osten Deutschlands. Wie in Europa trug man die Kleiderlänge, die dem jeweiligen Anlass gerecht wurde. Röcke hatte für den Büroalltag eine klassische, eng geschnittene Form, für die Freizeit waren sie mal farbenfroh und weit schwingend, mal „sexy und keck“ – und das ist lange her. Gelegentlich wird gerne vergessen, dass die DDR schon seit 30 Jahren nicht mehr existiert und dass sich seitdem überall Stil und Geschmack geändert haben.
Es bleibt festzustellen, dass sich die Alltagsmode der DDR auch in ihrem vierten und letzten Jahrzehnt ihres Bestehens nicht wesentlich von der BRD-Damen und Herrenmode dieser Zeit unterscheidet, wie Arbeiten des Bielefelder Fotografen Hans-Jochen Garmhausen für die Kleiderfabriken G. Hufendiek & Co. in Oerlinghausen aus dem Jahr 1965 und 1970 oder für das Bielefelder Unternehmen Alcina aus dem Jahr 1983 Jahre belegen.

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„James Bonds aus der westdeutschen Provinz“. Prospekt der Kleiderfabriken G. Hufendiek & Co. in Oerlinghausen.
Fotos: Hans-Jochen Garmhausen, 1965, Archiv des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld, Mappe 10, Archiv-Nr. 548/88–556/88

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Der westliche Schick der 1970er- und frühen 1980er-Jahre.
Fotos: Hans-Jochen Garmhausen, 1965, Archiv des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld, Mappe 10, Archiv-Nr. 548/88–556/88

Im Vergleich dazu sind die Entwürfe des Ostberliner Modeinstituts, der Zeitschrift Sibylle und die Entwürfe für die Exquisit-Geschäfte der DDR aus heutiger Sicht höchst innovativ und geradezu spektakulär.
Dazu schrieb Dorothea Melis, Jahrgang 1938, von 1961 bis 1970 Leiterin der Modeabteilung bei Sibylle und von 1970 bis 1990 Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Volkseigenen Handelsbetrieb Exquisit: „So waren wir Anfang der 60er Jahre angetreten, etwas Neues, Eigenes, Notwendiges zu machen. Es waren Bekenntnisse zum Alltag, an dem alles gemessen wurde: die Mode, die Motive, die Wirkung der Fotomodelle. Es wurden keine Extravaganzen und großen Werbeideen verkauft – gar nichts wurde verkauft. Der Alltag musste bestanden und das Leben bewältigt werden. Der Absatz von Konfektion musste nicht motiviert werden. Bekleidung musste funktionell, zeitlos sein. Sie kam auf den Prüfstand. Sie wurde in Bitterfeld zwischen Industrieanlagen, auf Straßen, in Büros und Fabriken fotografiert, dort, wo sie getragen werden sollte. Dieser Realitätsbezug erschien uns eine Möglichkeit, die Mode glaubwürdig, identifizierbar darzustellen.“(34)

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Foto: Roger Melis, 1970.

Es war eine kreative Möglichkeit, aus der Not eine Tugend zu machen, zumal „exotische“ Schauplätze für den DDR-Bürger unerreichbar und für die Modefotografie ungeeignet waren. Die Sibylle-Modefotografen, darunter ihr Mann Roger Melis (1940–2009), Sibylle Bergemann (1941–2010), Axel Bertram (1936–2019), Arno Fischer (1927–2011), Ute (*1949) und Werner Mahler (*1950) und viele andere, die etwa 1990 an der Gründung der Berliner Fotografenagentur Ostkreuz beteiligt waren oder nach der „Wende“ an Kunsthochschulen lehrten, haben mit ihren Arbeiten kunstvolle Eindrücke davon vermittelt, wie DDR-Frauen in einer bestimmten Zeit ausgesehen haben, wie sie gern aussehen wollten, welches Ver-halten und Aussehen von ihnen erwartet wurde und welchen Leitbildern sie nacheiferten. Viele der Fotomodelle, die in der Sibylle zum ersten Mal vor der Kamera standen, machten nach 1990 Karriere, weil sie keine „Schönheiten von der Stange“ gewesen sind, sondern sehr individuelle Persönlichkeiten und zugleich die „Frau von nebenan“, die etwas Vertrautes und zugleich Besonderes hatte.

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Foto: Roger Melis, 1975.

„Die Porträts bekannter Frauen aus der DDR sind allesamt Fotos von Frauen einer bestimmten sozialen Schicht und eines bestimmten Individualitätstyps. Der lässt sich gut beschreiben: selbstbewusste, attraktive Frauen, die keine Püppchen, keine Muttis und keine Pin-up-Girls sind. Frauen, die interessant aussehen und sehr individuell, selbstbestimmt, nicht Rollenträgerinnen. Emanzipierte Frauen der 60er bis 80er Jahre, und das heißt auch: Frauen, die auf erotische Ausstrahlung sehr wohl Wert legen. – In solcher Beschreibung habe ich ein gutes Stück Ideologie versteckt: die (Selbst)Illusionierung von der gelungenen Emanzipation in der DDR. ‚Unsere‘ Frauen waren anders, weiter – eine ganze historische Epoche weiter hieß das – als die Frauen in der BRD.“(35)

1989 – Ende und Übergang
Seit November 1989 war nicht nur die Welt eine andere, auch die Mode der DDR zwischen Alltag und Style verschwand schnell und drastisch. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung formulierte Dorothea Melis dies so: „Ich musste mitansehen, wie die Frauen zu den Wühltischen strömten und geschmackloses Zeug kauften. Sogar 60-Jährige liefen in billigen Glitzer-Leggins herum. Da habe ich gedacht, wo ist nur euer Anstand geblieben? Wir waren experimentierfreudig, mit der Wende wurde das abgewürgt.“(36)
Auf einmal musste „Paris“, „New York“ oder wenigstens „C&A“ auf dem Kleidungsetikett stehen, niemand kaufte mehr ostdeutsche Produkte und die ohnehin nicht konkurrenzfähigen DDR-Betriebe wurden von der Treuhand Hals über Kopf geschlossen. Auch für die 40 Jahre lang begehrten Modezeitschriften des Ostens kam ein mehr oder weniger schnelles Aus, trotz Relaunch, neuer Möglichkeiten und angepasster Druckqualität. Auf dem gesamtdeutschen, konkurrenzbetonten Medienmarkt hatten sie keine Chance. Stilprägend für die Mehrheitsgesellschaft dürften die hier kommunizierten Entwürfe jedoch nicht gewesen sein. Zumindest bestimmten sie nicht das übliche Bild der ästhetisch wenig ansprechenden Bekleidungskultur der DDR, wie noch ein Film über DDR-Modekollektionen von 1988 bis 1990 veranschaulicht.(37)
Die schöpferische Kraft der Modegestalter wirkt jedoch weiter, etwa in der noch heute bestehenden Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der einzigen Hochschule der DDR, in der man Modegestaltung studieren konnte. Die Entwürfe ihrer Absolventinnen und Absolventen waren schon zu DDR-Zeiten bunt, abstrakt und wild und belegen bis heute, wie sehr eine Ideologie irrt, die glaubt, sich der freien Kreativität, dem rein ästhetischen Sinn und der gänzlich unpolitischen Mode verschließen zu müssen und so die Verwirklichung vielfach kunstvoller, facettenreicher und feinsinniger Modegestaltung mehr als drei Jahrzehnte verhinderte.(38)


Anmerkungen:
1) Mary Fulbrook: The People’s State. East German Society from Hitler to Honecker, New Haven/London 2005; deutsche Ausgabe: Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008, S. 8.
2) In der DDR wurde bereits 1963 verkündet, dass „die volle politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung“ zwischen Mann und Frau verwirklicht sei, so Walter Ulbricht laut Mitteilung des Neuen Deutschlands vor der Volkskammer, de facto aber reichten während der Zeit des Bestehens der DDR weder die staatlich bereitgesellten Kindertagesstätten aus, noch konnte mangels Arbeitskräften auf die „werktätigen Frauen“ verzichtet werden, sodass es bis 1989 weitgehend so blieb, wie schon Mitte der 1970er-Jahre diagnostiziert worden war: „Da die Mehrzahl aller erwerbstätigen Frauen zusätzlich familiale Aufgaben wahrzunehmen hat, ist das Ausmaß der dadurch versursachten Doppelbelastung von besonderem Belang. … Da die Mithilfe der Ehemänner kaum ins Gewicht fällt, sind viele Frauen … permanent überfordert.“ Gisela Helwig: Zwischen Familie und Beruf. Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Köln 1974, S. 7 und 112.
3) Vgl. dazu auch Volker Rodekamp (Hg.): Malimo & Co. Mode in der DDR zwischen Traum & Wirklichkeit (Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig vom 24. August 2011 bis zum 8. Januar 2012), Bielefeld 2011.
4) Vgl. hierzu im Allgemeinen Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–1989, München 2001(2. Auflage), aber auch die Website https://www.was-war-wann.de/mode/ddr-mode.html (2.4.2019).
5) Christoph Kleßmann: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955–1970, Bonn 1988, S. 303.
6) Caterina Valente, Jahrgang 1931, ist eine italienische Sängerin, Tänzerin, Gitarristin, Schauspielerin und Entertainerin. 1954 verkaufte sich der Titel Ganz Paris träumt von der Liebe über 900.000 Mal, ein für diese Zeit außergewöhnlich hoher Umsatz in der deutschen Plattenindustrie. Weitere bekannte Songs waren Fiesta Cubana (1955), Komm ein bisschen mit nach Italien … (1956), Wo meine Sonne scheint (1957), Spiel noch einmal für mich, Habanero (1958) und Tschau, Tschau, Bambina (1959). 1959 wurde sie auch für den Grammy als beste Sängerin nominiert, und 1965 erhielt sie als erste Nicht-Amerikanerin den Fame Award der Fernsehkritiker als beste Sängerin im US-Fernsehen. Vgl. auch die LP-Edition Musik der Stunde Null des Labels Zeit-Magazin Exklusiv aus dem Jahre 1983. 1984 war Caterina Valente eine der ersten Künstlerinnen, die im gerade fertiggestellten Ost-Berliner Friedrichstadt-Palast frenetisch umjubelt aufgetreten ist.
7) Marina Vlady (eigentlich Catherine Marina de Poliakoff-Baïdaroff, geboren 1938 in Clichy, Île-de-France) ist eine französische Schauspielerin, deren Eltern – der Opernsänger Wladimir de Poliakoff und die Tänzerin Militza Enwald – aus Russland stammten und vor der Oktoberrevolution nach Frankreich geflohen waren. In den 1950er-Jahren war sie in italienischen, französischen und deutschen Filmen als verführerischer Teenager zu sehen.
8) Cornelia „Conny“ Froboess, geboren 1943 in Wriezen, ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und ehemalige Schlagersängerin, die ihren ersten Bühnenauftritt im Mai 1951 mit dem Schlager Pack die Badehose hatte und die damit zum Kinderstar der 1950er- und 1960er-Jahre wurde.
9) Ruth Leuwerik (1924–2016) war eine der großen deutschen Kinostars der 1950er-Jahre und bildete mit Dieter Borsche (1909–1982) über viele Jahre ein populäres Leinwandpaar.
10) Die Handelsorganisation (HO) war ein auf Weisung der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK), der zentralen deutschen Verwaltungsinstanz in der Sowjetischen Besatzungszone, 1948 in Ost-Berlin gegründetes staatliches Einzelhandelsunternehmen in der Sowjetischen Besatzungszone, weitergeführt in der DDR-Zeit bis zu ihrer Auflösung 1990. Der Handel umfasste alle Bereiche des Lebens – von Lebensmitteln bis zu Haushaltswaren.
11) Wolfgang Girardi: Der Sepp. Eine Tiroler Legende. Der steinige Lebensweg des Sepp Reinalter, Innsbruck, Wien 1994.
12) Siehe dazu die Website des Nachfolgeunternehmens https://becon-berlin.de (10.5.2019).
13) Vgl. dazu Anna Pelka: Jugendmode und Politik in der DDR und in Polen. Eine vergleichende Analyse 1968–1989, Osnabrück 2008, besonders S. 67–98.
14) Vgl. dazu auch www.ddr-wissen.de/wiki/ddr (9.5.2019).
15) Ulrich Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W. (1972 erstveröffentlicht im VEB Hinstorff Verlag, Rostock), Frankfurt 1976, S. 26 ff., hier S. 27.
16) Vgl. www.elpico-friesennerz.de/Label.htm (3.5.2019).
17) Vgl. dazu Daniel Niemetz: Das feldgraue Erbe. Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ/DDR, Berlin 2006, und Peter Joachim Lapp: Die zweite Chance. Wehrmachtsoffiziere im Dienste Ulbrichts, Aachen 2010.
18) Anfangs hatten alle Pioniere ein blaues Tuch. Ab 1972 trugen die Thälmannpioniere ein rotes Tuch, das blaue mit roten Streifen war für die Pionierleiter bestimmt.
19) Maxie Wander: „Guten Morgen, du Schöne“. Frauen in der DDR. Protokolle, Darmstadt 1978, S. 18.
20) Vgl. https://www.mdr.de/zeitreise/perlon-eine-kunstfaser-erobert-die-welt100.html (5.5.2019).
21) Am Sonntag, dem 13. August 1961, riegelten Grenzpolizisten, Volkspolizisten, Mitglieder der „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ und Soldaten der Nationalen Volksarmee die Sektorengrenze nach West-Berlin und den Berliner Außenring ab. Im Auftrag von Walter Ulbricht war der Mauerbau unter völliger Geheimhaltung durch den für Sicherheitsfragen zuständigen Sekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Erich Honecker, vorbereitet worden.
22) Christoph Kleßmann: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955–1970, Bonn 1988, S. 412 f.
23) Vgl. http://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/standorte/textima.htm (5.5.2019).
24) Dorothea Melis: Mode nach Plan oder Erziehung zum Verzicht, in: Dorothea Melis (Hg.): Sibylle. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR, Berlin 1998, S. 48–63.
25) Ute Scheffler: Chic im Osten. Mode in der DDR, Leipzig 2010, S. 131 ff.
26) Vgl. hierzu und für das Folgende Ulrike Köpp: Heinz Bormann – der Dior der DDR, in: UTOPIE kreativ, hg. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Heft 123, Januar 2001, S. 43., sowie die Volksstimme (Magdeburg) vom 17.4. und 12.6.2015.
27) 1957 wurde es in Deutsches Modeinstitut, 1972 in Modeinstitut der DDR umbenannt. 1990 erfolgte die Umwandlung in die Modeinstitut Berlin GmbH.
28) Seit 1979 mussten die DDR-Bürger ihr Westgeld zuvor bei der DDR-Staatsbank in sogenannte „Forumschecks“ umtauschen. Diejenigen, die zahlungskräftige Verwandte im Westen hatten oder auf anderen Wegen an Westwährung gelangten, konnten dann die heiß begehrten Intershop-Produkte erwerben. Die Entstehung einer „Zweiklassengesellschaft“ führte ähnlich wie beim „Held der Arbeit-Projekt“ zu Neidreaktionen der Nichtdevisenbesitzer, sodass es auch zu Anschlägen auf Intershops kam.
29) Die Gründerin der DDR-Modezeitschrift Sibylle, Sibylle Boden-Gerstner, die der auch als „Ost-Vogue“ bekannt geworden Zeitschrift ihren Namen gegeben hat, ist am 27. Dezember 2016 im Alter von 96 Jahren gestorben. Vom 6. Juni bis zum 25. August 2019 hat das Willy-Brandt-Haus in Berlin eine Ausstellung zum Thema ausgerichtet – SIBYLLE. Die Ausstellung –, während der über 200 Werke die Entwicklung der Zeitschrift und der DDR-Modefotografie veranschaulichten.
30) Damit sind die gesellschaftlichen Strukturen von DDR und BRD einmal mehr vergleichbar: Hier schienen Zeitschriften wie Brigitte oder die Burda-Schnittmusterhefte, die zum begeisterten Selbstnähen anstifteten, in der DDR hießen derartige Zeitschriften Guter Rat, Saison oder Modische Maschen. Die Zeitschrift Sibylle war eine begehrte Zeitschrift mit hohem Niveau, war aber schlecht zu bekommen. Inhaltlich vergleichbar war sie mit der westdeutschen Frauenzeitschrift Constanze. Diesen Hinweis verdanke ich Günter Stock aus Westeregeln am 8. August 2019.
31) Volksmund. Der Name spielt auf den Inhaber der Namensrechte, die I.G. Farbenindustrie A.G., an. 1938 nahm das Werk Bitterfeld mit einer monatlichen Produktion von 120 Tonnen die Fertigung auf. In der DDR produzierten es dann die ehemaligen I.G.-Farbenwerke als VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld und das Kombinat VEB Chemische Werke Buna – für die Polymerisation von Butadien mit Natrium – in Schkopau in großen Mengen: „Plaste und Elaste aus Schkopau“.
32) Mit dem geschützten Begriff wurde neben dem Textil auch das von Heinrich |Mauersberger (1909–1982) aus Limbach-Oberfrohna erfundene und 1949 patentierte Nähwirkverfahren (Malimo-Verfahren) und die dazu benötigten Spezialmaschinen bezeichnet. Siehe dazu auch die Website des Förderverein Esche-Museum e.V. in Limbach-Oberfrohna: www.förderverein-esche-museum.de (4.6.2019).
33) Vgl. dazu Thomas Kupfermann (Hg.): Das große DDR Mode Buch. Geschichten und Bilder aus dem Modealltag, Berlin 2010, und Regina Söffker: PRAMO, Konsum, Exquisit. Mode in der DDR, Gudensberg-Gleichen 2010.
34) Hannah Bethke: Mode in der DDR. An Talenten mangelte es nicht, in: FAZ, 29.1.2019, und Dorothea Melis (Hg.): SIBYLLE. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR, Berlin 1998, S. 315.
35) Ebd., S. 6 f. Vgl. dazu auch das schier unglaubliche „Lexikon“ aus dem VEB Bibliographisches Institut Leipzig: Irene Uhlmann, Ortrun Hartmann (Hg.): Die Frau. Kleine Enzyklopädie, Leipzig 1979 (13. Auflage!), die zeitgenössische Studie aus westdeutscher Sicht von Jutta Menschik, Evelyn Leopold: Gretchens rote Schwestern. Frauen in der DDR, Frankfurt am Main 1974, sowie – zehn Jahre früher erschienen und aus westdeutscher männlicher Sicht – Werner Commandeur, Alfred Sterzel: Das Wunder drüben sind die Frauen. Begegnungen zwischen Dresden und Rügen, Bergisch Gladbach 1965.
36) Ute Scheffler: Chic im Osten. Mode in der DDR, Leipzig 2010, S. 136.
37) Telepool GmbH (Hg.): Unsere DDR, 6: Modekiste (DVD), München, Zürich, Leipzig, Los Angeles 2013.
38) S. dazu auch die Ausstellung Zwischen Schein und Sein. Modegrafik in der DDR 1960–1989, die vom 13. Januar bis zum 31. März 2019 in den Reinbeckhallen der Schauhallen H&S Betriebs GmbH, Rosenthaler Straße 32, 10178 Berlin, zu sehen gewesen ist. Vgl. http://megaschoeneweide.de/zwischen-schein-und-sein/ (5.6.2019).

Literatur und Quellen:
Roland Barthes: Die Sprache der Mode, Frankfurt 1985.
Hannah Bethke: Mode in der DDR. An Talenten mangelte es nicht, in: FAZ, 29.1.2019.
Bloomsbury Publishing Pic. (Hg.): Off the Wall. Fashion from the German Democratic Republik, London 2005.
Silvia Bovenschen (Hg.): Die Listen der Mode, Frankfurt 1986.
Werner Commandeur, Alfred Sterzel: Das Wunder drüben sind die Frauen. Begegnungen zwischen Dresden und Rügen, Bergisch Gladbach 1965.
Mary Fulbrook: Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008.
Christian Heimann: Systembedingte Ursachen des Niedergangs der DDR-Wirtschaft. Das Beispiel der Textil- und Bekleidungsindustrie 1945–1989, Frankfurt a.M., Berlin, Wien, New York 1997.
Gisela Hellwig: Zwischen Familie und Beruf. Die Stellung der Frau in beiden deutschen Staaten, Köln 1974.
Tansy E. Hoskins: Das antikapitalistische Buch der Mode, Zürich 2016.
Christoph Kleßmann: Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955–1970, Bonn 1988.
Alexandra König: Kleider schaffen Ordnung. Regeln und Mythen jugendlicher Selbst-Präsentation, Konstanz 2007.
Thomas Kupfermann (Hg.): Das große DDR Mode Buch. Geschichten und Bilder aus dem Modealltag, Berlin 2010.
Dorothea Melis (Hg.): SIBYLLE. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR, Berlin 1998.
Jutta Menschik, Evelyn Leopold: Gretchens rote Schwestern. Frauen in der DDR, Frankfurt 1974.
Margarete Payer: Internationale Kommunikationskulturen – 10. Kulturelle Faktoren: Kleidung und Anstand, 13.5.2001, in: www.payer.de/kommkulturen/kultur10.htm (15.4.2019).
Exquisit – Mode made in GDR. Ein Film von Henrike Sander. MDR-Fernsehen, 30.12.2019, 22.05–22.50 Uhr, auch unter https://www.mdr.de/tv/programm/video-368966_zc-12fce4ab_zs-6102e94c.html (31.12.2019).
Ulrich Pohlmann, Simone Förster (Hg.): Die Eleganz der Diktatur. Modephotographien in deutschen Zeitschriften 1936–1943, München 2001.
Volker Rodekamp (Hg.): Malimo & Co. Mode in der DDR zwischen Traum & Wirklichkeit (Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig vom 24. August 2011 bis zum 8. Januar 2012), Bielefeld 2011.
Ute Scheffler: Chic im Osten. Mode in der DDR, Leipzig 2010.
Regina Söffker: PRAMO, Konsum, Exquisit. Mode in der DDR, Gudensberg-Gleichen 2010.
Telepool GmbH (Hg.): Unsere DDR, 6: Modekiste (DVD), München, Zürich, Leipzig, Los Angeles 2013.
Heike Trappe: Emanzipation oder Zwang? Frauen in der DDR zwischen Beruf, Familie und Sozialpolitik, Berlin 1995.
VEB Bibliographisches Institut Leipzig, Irene Uhlmann, Ortrun Hartmann (Hg.): Die Frau. Kleine Enzyklopädie, Leipzig 1979 (13. Auflage).
Barbara Vinken: Die Blumen der Mode. Klassische & neue Texte zur Philosophie der Mode, Stuttgart 2016.
Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–1989, München 2001(2. Auflage).
Maxie Wander: „Guten Morgen, du Schöne“. Frauen in der DDR. Protokolle, Darmstadt 1978.